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Förderverein Schweizer Kleintierrassen

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Kleintierrassen

Kleintierhaltung als Erlebniswelt im Dorf

Kleintierhaltung als Erlebniswelt im Dorf

Das 20-jährige Bestehen des OV Stein-Hundwil AR war Anlass für eine Jungtierschau, die in Zusammenarbeit mit der Förderverein Schweizer Kleintierrassen (FSK) durchgeführt wurde. Der jubilierendeVerein betreut einen hübschen Kleintierpark, in dem einheimische Tierzüchtungen ganzjährig zu bestaunen sind.

«Hundwil ist eine Reise wert», das war der Tenor der weit über tausend Besucherinnen und Besucher an den beiden Ausstellungstagen rund um den Schulhausplatz und auf dem Rundgang durch den Kleintierpark. Wie es Brauch ist in der Ostschweiz, folgten die Behörden der Einladung, und die Spitze der Fachverbände der Schweiz. Gesellschaft für Kleintierzucht (SGK) unterstrich mit ihrem Dabeisein, dass hier zu Lande jedes Dorf, in dem die Kleintierzucht zur unentbehrlichen Infrastruktur der Bevölkerung gehört, ein Hauptort ist.

Bestes Schaufenster

«Langjährigen und guten Beziehungen des Präsidenten der FSK, Andy Kräuchi, zu den Mitgliedern des OV Stein-Hundwil ist es zu verdanken, dass wir die Stallungen und Gehege unseres Kleintierparks inzwischen mit Kleintieren schweizerischen Ursprunges bevölkern konnten.» Das betonte Walter Schmid, Präsident und Mitbegründer des OV und Mitbetreuer des Parks bei der Begrüssung, die er mit einem Musikstück auf seinem Alphorn einleitete.
Im Tierpark in Stein sind alle vier Fachabteilungen der SGK mit Schweizer Rassen vertreten: die Geflügelzüchter mit Appenzeller- und Schweizerhühnern und die Kaninchenzüchter mit den Rassen Dreifarbige Kleinschecken, Schweizer Fuchs und Schweizer Feh. Eingezogen sind auch die Thurgauer Schildtauben, und in den Volieren der Vogelzüchter vergnügten sich die Bernerkanarien, nebst verschiedenen anderen Tieren.

Wertvolles Kulturgut

Im Gespräch mit der «Tierwelt» erinnerte Andy Kräuchi daran, dass das hier gezeigte Geflügel, die Kaninchenrassen, die Tauben und die Vögel schweizerischen Ursprungs zum wertvollen Kulturgut und zum unverzichtbaren Gen-Reservoir auch für die Zukunft gehören. Im Besonderen hob Kräuchi die Appenzeller Geflügelschläge hervor, die weltweit zu den ursprünglichsten und ältesten gezählt werden. Er betonte, dass es ein grosser Wunsch sei, dass diese einheimischen, an das Klima gewöhnten und bergerprobten Hühnerschläge gerade hier im Appenzellerland wieder vermehrt gezüchtet werden. «Die Appenzeller Spitzhauben silber- und gold-schwarzgetupft, auch in den selten gewordenen Farbenschlägen Schwarz und Blau, und die Appenzeller Barthühner in den verschiedenen Farben gehören in diese Landschaft wie die Ziegen und der Hofhund, die den Namen der beiden Halbkantone seit urdenklichen Zeiten tragen.»

Bedenkenswerte Aspekte

Die Art, wie der OV Stein-Hundwil seine Kleintieranlage konzipierte und realisierte, zeigt auf, wie eine Anlage als Ergänzung zur Tierhaltung zu Hause in Gemeinschaft betrieben werden kann. Sie bietet sich auch an, Tiere in wechselnder Artenzusammensetzung zur Schau zu stellen. Diese Art von Anlagen lässt sich vortrefflich in das Touristikangebot eines Dorfes integrieren, wie hier im ausserrhodischen Stein.
Hier in nächster Nähe zur bekannten Schaukäserei und zum Appenzeller Volkskundemuseum kann sich der Kleintierpark sehr gut positionieren. Der Mitgründer des Vereines und Kaninchenobmann Josef Gämperli ist überzeugt, dass eine solche Anlage in Schul- und Einkaufsnähe im Zentrum des Dorfes allerbester Anschauungsunterricht ist, besonders auch für die Jugend.

Machbares anpacken

In Gesprächen auf dem Rundgang durch den Tierpark und anschliessend durch die repräsentative Jungtierausstellung auf dem Schulhausplatz kam unmissverständlich zum Ausdruck, dass vieles machbar ist, wenn man nur will. Auf den hier eingerichteten Kleintierpark eingehend sagte Ulrich Pfister, Präsident des SRKV: «Was die Kleintierzüchter hier in Stein in Zusammenarbeit mit den Behörden zu Stande brachten, das sollte für uns alle der Massstab des Möglichen sein. Es gibt auch in unseren Kreisen keine schlechteren Ausreden als <Das lässt sich hier nicht verrichten> oder <Wir haben das nicht nötig>. Wir haben es sehr wohl nötig, uns immer wieder neue Ziele zu stecken. Die Jungen lassen sich nur einbinden, wenn etwas gemacht wird, was dem Verein am Wohnort zu Achtung und Ansehen verhilft.»

Christian Jud